Rolf Parlow geht in den Ruhestand

Demnächst wird er durch den Spreewald gurken – auf dem Fahrrad. Und für alle Fälle gerüstet sein. Ob Panne, Sonnenbrand, Orientierungslosig- oder Mattigkeit – dank eines gut gefüllten Fahrradkorbes wird Rolf Parlow gegen alle Widrigkeiten des Weges entlang der Spree gewappnet sein. Zwölf Jahre lang leitete er die Geschicke der Bleckeder Realschule, jetzt wurde er von Kollegen und Ehemaligen, von Mitarbeitern und Wegbegleitern, von Freunden und der Familie in den Ruhestand geschickt.

Konrektorin Silke Reichardt ließ die vergangenen Jahre der Zusammenarbeit Revue passieren. Maren Kuhlmann von der Landesschulbehörde verabschiedete sich von einem „erprobten Aktivisten“, von einem, „der viel bewegte“, der sich „Veränderungen und Herausforderungen“ gestellt hat. Tatsächlich waren die letzten Monate in Parlows Schaffen als Schulleiter überaus turbulent. Ulrich Haase-Mühlener, Schulleiter der Dahlenburger Oberschule, betonte, dass Parlow „streitbar“ sei und „Position bezog“. Als einziger hatte sich der scheidende Rektor öffentlich in der Debatte um die Besetzungen von neuen A 13-Stellen zu Wort gemeldet. Und Jens Böther, Bürgermeister von Bleckede, fragte: „Welche Pensionierung hat derartige Wellen wie die Ihre geschlagen?“ Denn Parlow habe gemeinsam mit vielen Unterstützern „für den Erhalt der Realschule gekämpft“. Heute ist die Realschule Bleckede die einzige im Landkreis und „daran wird erstmal keiner sägen“, so Böther. „Auch ohne Termin waren Sie immer ansprechbar, haben stets schnell reagiert ohne Schnellschüsse zu produzieren“, sagte Schulelternsprecherin Silke Bachem: „Ich werde Sie vermissen.“

Dass auch die Schüler ihren Chef vermissen werden, machten sie in einer Überraschungsshow am Vormittag mehr als deutlich. „Wir möchten Ihnen zeigen, was alles in uns steckt“, kündigten die Schulsprecher Laura und Thomas an – und damit begann ein buntes Spaßprogramm, von Turn- und Tanzeinlagen über Sketche und eine Handpuppenshow bis hin zum krönenden Abschliedslied „Arbeitslos“, einer textlichen Neufassung des Helene Fischer-Hits „Atemlos“. Parlow sang begeistert mit und verabschiedete sich bei seinen rund 320 Schülern mit den Worten: „Solch eine Schulgemeinschaft ist einzigartig. Um eure Zukunft muss ich mir keine Sorgen machen.“ Die Siebtklässler werden ihren Chef übrigens noch einmal treffen: Denn er bekam neben den Radausflug durch den Spreewald auch einen Hotelgutschein geschenkt. In rund drei Wochen werden dort zeitgleich die Siebtklässler bei ihrer jährlichen Skifreizeit die Hänge hinuntergurken, pardon: gleiten. Dann wird Parlow, dem die Skifreizeit stets besonders am Herzen lag, der aber nie selbst mitkommen konnte, erstmals „Ski heil“ rufen können.