Seit beinahe 40 Jahren sind die Realschule Bleckede und das Collège René Coty in Auffay (Normandie) auf besonders intensive Art miteinander verbunden, denn seit 1977 besuchen sich Schüler dieser beiden Schulen Jahr für Jahr. Im März oder April kommen 40 französische Schüler im Alter von 12 bis 16 Jahren zu uns nach Bleckede und erleben eine Woche lang deutschen Alltag in ihren Gastfamilien, lernen Land und Leute vor Ort kennen. Im Mai oder Juni brechen die deutschen Schüler per Bus auf in die Normandie, um dort in die Kultur und Lebensart unserer westlichen Nachbarn einzutauchen. Auch wenn nur 13 Stunden Fahrt zwischen den beiden Orten liegen, gibt es erstaunliche Unterschiede zu entdecken, beispielsweise im Schulalltag und in der Essenskultur. Und mindestens ebenso viele Gemeinsamkeiten!

 

Hier wie dort unternehmen die Schüler zahlreiche Ausflüge, lernen etwa die Städte Rouen, Dieppe und Paris kennen. „Der Ausflug nach Paris ist für mich jedes Jahr das Highlight“, sagt Kelvin (15), der bereits vier Mal am Austausch teilgenommen hat. Auch Kreativität ist auf beiden Seiten gefragt, denn die Begegnung steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto, das etwa „Leben am und mit dem Wasser“, „Kunst und Wasser“ oder auch „Grenzen finden – Grenzen überwinden“ lautet. Beinahe „en passant“, also nebenbei, kommunizieren die jungen Leute miteinander, überwinden ihre Scheu vor der fremden Umgebung und Sprache und gewinnen mehr und mehr an Sicherheit. Für viele unserer Teilnehmer ist der Aufenthalt in Frankreich eine Ausspracheschulung „par excellence“. „Ich finde es interessant, eine andere Kultur kennenzulernen. Und mein Französisch verbessert sich dadurch auch“, erzählt Jule (14), die schon dreimal in der Normandie war. Und: Wer einmal mitgemacht hat, meldet sich oft für den Austausch im folgenden Jahr an. Freundschaften unter den „corres“, den Austauschschülern, entstehen und werden per soziale Medien das Jahr über gepflegt und intensiviert. „Man lernt neue Freunde kennen. Und bleibt mit ihnen auch nach dem Austausch in Kontakt“, erzählt Lina (15), die auch schon vier Mal mitgemacht hat.

 

In einer Woche bekommen unsere Schüler also jede Menge Frankreich geboten, und andersherum wartet auf die französischen Gäste in Bleckede und in den hiesigen Gastfamilien ein buntes, abwechslungsreiches Programm. Da seit 1977 auch zwischen der Stadt Bleckede und den normannischen Gemeinden Tôtes und Auffay ein Partnerschaftsvertrag besteht und das DFJW (Deutsch-Französisches Jugendwerk) die Begegnung bezuschusst, fallen die Kosten für den einwöchigen Austausch in der Normandie mit rund 120 Euro denkbar günstig aus.

Ansprechpartnerinnen an unserer Schule sind neben Gundel Tegtmeyer die Französischlehrkräfte Katharina Lachmann und Silke Elsermann.